Von Tibet nach Bayern

2017 / Februar / 23 / Hinter den Kulissen /
I

n der Hanwag Kollektion gibt es eine Produktlinie, die dank des verwendeten Rohmaterials eine ganz besondere Geschichte hat: Unsere Yak Kollektion. Aber was ist das Besondere am Leder vom Grunzochsen? Das verrät ein Blick nach Tibet…

Gutes vom Grunzochsen

Das Yak – oder wegen seiner grunzähnlichen Laute auch Grunzochse – ist ein asiatisches Hochgebirgsrind. Die Bezeichnung Yak stammt aus der tibetischen Sprache. Sein Leder ist nicht nur in Nepal und Tibet begehrt, sondern auch bei uns. Wir fertigen eine spezielle Produktlinie aus edlem Yakleder, das außergewöhnliche Eigenschaften besitzt: Es ist auch in stärkerer Qualität noch sehr geschmeidig und viel robuster als das europäische Rindsleder. Die klimatischen Bedingungen denen die Yaks in Tibet Tag für Tag ausgesetzt sind machen das Yakleder nicht nur besonders langlebig sondern, auch optisch zu etwas ganz Besonderem. Die individuelle Narbenstruktur sorgt dafür, dass jeder einzelne Schuh aus der Hanwag Yak Linie ein Einzelstück ist.

Traditionelles Gerben in Tibet

Sämtliches Yakleder, das wir bei Hanwag verarbeiten, stammt aus der tibetischen ‚Lhasa Leather Factory’. Die Lederfabrik sitzt in der tibetischen Hauptstadt Lhasa und fertigt nach internationalen Standards und mit sozialer Verantwortung, seit der Modernisierung in den 1990er Jahren, Leder auf höchstem Niveau. Der Gerbeprozess bei Lhasa ist aufwendig: Sind die Häute bei der Fabrik angekommen, werden sie zunächst fast vier Monate unter der Erde gelagert, um dort auszuhärten. Dann werden die etwa 1,5 Zentimeter dicken Häute drei Wochen lang gereinigt und aufwändig gegerbt. Anschließend spannen sie Mitarbeiter zum Trocknen auf die dafür vorgesehenen Holzvorrichtungen. Ein langer Weg bis zum fertigen Yakleder.

Direkt aus der freien Wildbahn

Aber woher kommen die Häute, die später in Lhasa verarbeitet werden?
Zehn erfahrene Lhasa Mitarbeiter kaufen die besten Häute im Dezember auf drei großen nationalen Märkten ein – zwischen 4000 und 6000 Yakhäute verarbeitet die Fabrik pro Jahr.

 Unsere tibetischen Yaks sind Herdentiere und ziehen mit ihren Hirten von Weidegebiet zu Weidegebiet. Je nach Jahreszeit auf höher oder tiefer gelegene Weidegebiete, wo genau entscheiden sie in der Regel spontan. Eine Farm gibt es nicht. Wenn sie sich niederlassen leben sie in Zelten, großen, braunen Jurten – die mobilen Häuser der Nomaden. Aber selbst hier hält der Fortschritt Einzug: Statt auf Pferden bewegen sich die Hirten auf Motorrädern vorwärts, manch eine Jurte hat sogar eine Solaranlage. Die perfekte Kombination aus Tradition und Moderne – fast wie bei uns, bei Hanwag…

Einen Überblick über unserer Yak Produkte bekommt ihr hier.