Kuba: Strand und Meer vs. Dschungel und Wandern…

2017 / April / 06 / Abenteuer und Expedition /
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ls wir unsere diesjährige Kuba Reise planen, stellt sich für uns erst einmal die Frage: Gibt es dort eigentlich auch Berge, dir wir besteigen könnten? Und wenn ja, welcher ist denn der höchste Gipfel der Insel? Diesen schauen wir uns dann vorab etwas genauer an. Und wie sich herausstellt eignet sich der Pico Turquino hervorragend um unseren Entspannungsurlaub ein wenig aufzupeppen…

Der im Osten Kubas, gelegene Nationalpark Sierra Maestra ist nicht nur Herz einer Bergkette, sondern beherbergt auch den höchsten Gipfel des Landes: Der Pico Turquino ragt hier mit 1974 Metern in den Himmel. Hört sich für uns, die es gewohnt sind, die Berge der Alpen zu besteigen im ersten Moment nach einem leichten Unterfangen an. Wie wir als erprobte Wanderer aber mittlerweile wissen ist nicht nur die Höhe eines Berges ausschlaggebend. Vielmehr entscheiden verschiedenste Faktoren, wie das Wetter, die klimatische Bedingungen, Schuhwerk, Verpflegung, die Tagesform und vieles mehr über den Verlauf einer Tour.

Wir wählen die klassische Revolutionsroute vom Landesinneren, für die üblicherweise mindestens zwei Tage eingeplant werden sollte. Am Fuße der Sierra Maestra liegt das kleine Dörfchen Santo Domingo, der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen. Wie wir in unserer Zeit auf Kuba bisher lernen mussten(!) ist das Reisen hier teilweise schwierig und nicht so leicht voraus zu planen. Zwölf Stunden Warterei am Flughafen sind nicht unüblich, auch kaputte Autos oder Straßen gehören zur Tagesordnung. Gut, dass wir den Pico Turquino mit unseren eigenen Beinen besteigen werden, auf dieses Fortbewegungsmittel können wir uns im Normalfall eigentlich verlassen.

Als wir früh morgens nach einer langen, hindernisreichen Anreise in Santo Domingo ankommen, sind wir bereits ca. 24 Stunden auf den Beinen und würden uns eigentlich am liebsten erst einmal hinlegen. Unser Zeitplan ist allerdings knapp, weswegen wir uns direkt in unsere Wanderkleidung schwingen und im Eilverfahren unsere Rucksäcke für die Tour packen. Mit einem Jeep geht es über eine sehr steile Straße zum Startpunkt und dann kann es auch schon losgehen. Der Weg beginnt flach, der erste Kilometer dient quasi zur Eingewöhnung an die hohen Temperauren hier im kubanischen Dschungel. Aber relativ schnell deutet alles darauf hin, dass diese Wanderung härter wird als erwartet. Meist geht es steil bergauf über Treppen und Wurzeln durch die immer tropischer werdende Vegetation. Der Trail verläuft nur noch selten flach und mit zunehmender Kilometerzahl wird spürbar deutlich, dass das regelmäßige Auf und Ab eine gewaltige Anstrengung darstellt. Zwanzig Meter steil hinauf, dann zehn Meter mäßig hinunter. Danach zehn Meter mäßig hinauf, zwanzig Meter steil hinunter und dabei kein bisschen an Höhe gewonnen. Hier ist vor allem wichtig, keine unnötige Kraft zu verschwenden sowie stets den richtigen und einfachsten Schritt zu wählen.Dann erreichen wir das Basislager, wo wir heute nach dem Aufstieg zum Gipfel übernachten werden. Eine kleine Berghütte, aufgeteilt in 2 größere Räume mit Matratzen. Hier legen wir eine kurze Rast ein bevor es erneut in den dampfend schwülen Dschungel aus Farnen, Lianen und Palmen geht.

Beim Klettern über Wurzeln und Felsen, die als natürliche Stufen dienen, ist vollste Konzentration gefragt, auch wenn einen die Stufen über Stufen schon in einen meditativen Trott bringen können. Dann und wann trällert ein Vogel. Als wir den Gipfel erreichen gibt es eigentlich nicht viel zu sehen, bis auf einen Steinsockel mit einer Statue vom kubanischen Nationalheld José Martí auf einem grasbewachsenen Terrain. In der Mitte steht José, um uns herum reihen sich Palmen an Sträucher. Was bleibt ist das Gefühl, genau inmitten dieses mystisch wirkenden Areals auf dem höchsten Punkt Kubas zu stehen. Diesen Moment genießen wir voll und ganz.

Auch als wir zum Basislager zurückkehren, bleibt tief im Inneren eine große Zufriedenheit. Wir haben es geschafft! Unser Fazit: Selbst als erfahrene mitteleuropäische Bergwanderer, kann das Wandern in tropischen Ländern und auf unbekanntem Terrain schnell eine schweißtreibende Angelegenheit werden. Dementsprechend bewusst sollte auch der Rucksack mit ausreichend Wasser und Proviant gefüllt werden. Für uns geht es im Anschluss übrigens direkt an das Meer, Füße in den Sand! 🙂

Weitere Infos zu unseren Abenteuern gibt es hier.